Triggerpunkte und Muskelverspannungen: Warum Schmerzen manchmal an einer anderen Stelle entstehen

Der Nacken schmerzt, obwohl die empfindlichste Stelle eigentlich an der Schulter liegt. Bei Druck auf einen bestimmten Muskelbereich zieht der Schmerz plötzlich in eine andere Region. Solche Beschwerden können zunächst schwer einzuordnen sein. Eine mögliche Erklärung können sogenannte Triggerpunkte sein.

Myofasziale Triggerpunkte werden als besonders druckempfindliche Bereiche innerhalb der Muskulatur beschrieben. Sie spielen in verschiedenen manuellen Behandlungskonzepten eine Rolle. Interessant ist dabei vor allem, dass Beschwerden nicht ausschließlich an der empfindlichen Stelle selbst wahrgenommen werden müssen. Auch ausstrahlende beziehungsweise übertragene Schmerzen können auftreten.

Was genau ist ein Triggerpunkt?

Der Begriff „myofaszial“ setzt sich aus Muskel und Faszien beziehungsweise dem umgebenden Bindegewebe zusammen. Triggerpunkte werden häufig als druckempfindliche Stellen innerhalb eines angespannten Muskelbereichs beschrieben.

Im Triggerpunkt-Konzept wird zwischen aktiven und latenten Triggerpunkten unterschieden. Aktive Triggerpunkte werden mit spontan auftretenden oder bereits bekannten Beschwerden in Verbindung gebracht. Latente Triggerpunkte verursachen dagegen möglicherweise keine spontanen Schmerzen, können aber beispielsweise bei Druck empfindlich reagieren.

Wichtig ist dabei: Die genaue Entstehung und Bedeutung myofaszialer Triggerpunkte wird wissenschaftlich weiterhin untersucht. Auch ihre zuverlässige Diagnose ausschließlich durch Abtasten ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Triggerpunkte sollten deshalb nicht als Erklärung für sämtliche Muskel- oder Gelenkschmerzen verstanden werden.

Welche Faktoren können bei Muskelverspannungen eine Rolle spielen?

Muskuläre Beschwerden haben selten nur einen einzigen Auslöser. Körperliche Belastung, ungewohnte Bewegungen, langes Verharren in ähnlichen Positionen, Training, Erholung und auch psychische Faktoren können das individuelle Schmerzempfinden beeinflussen.

Ein gutes Beispiel ist Bildschirmarbeit. Dabei ist nicht automatisch eine bestimmte „falsche Haltung“ das Problem. Häufig fehlt schlicht die Abwechslung. Wer mehrere Stunden kaum die Position verändert, beansprucht bestimmte Strukturen über längere Zeit auf ähnliche Weise.

Deshalb kann es sinnvoll sein, regelmäßig aufzustehen, die Sitzposition zu wechseln und Bewegung in den Arbeitstag einzubauen. Auch nach ungewohnten Belastungen wie Gartenarbeit, schwerem Heben oder intensivem Training können sich Muskeln vorübergehend empfindlich oder verspannt anfühlen.

Stress kann ebenfalls eine Rolle spielen. Psychische Belastungen beeinflussen unter anderem die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzen und können mit Veränderungen der Muskelaktivität einhergehen. Das erklärt mit, warum sich Beschwerden in stressigen Lebensphasen manchmal stärker bemerkbar machen.

Warum können Schmerzen an einer anderen Stelle auftreten?

Schmerz ist komplex. Er entsteht nicht einfach wie ein direktes Messsignal an einer bestimmten Körperstelle, sondern wird vom Nervensystem verarbeitet. Dabei gibt es das medizinisch bekannte Phänomen des übertragenen Schmerzes, auch „referred pain“ genannt.

Bei myofaszialen Triggerpunkten werden ebenfalls typische Muster ausstrahlender Beschwerden beschrieben. Ein druckempfindlicher Bereich eines Muskels kann demnach mit Beschwerden verbunden sein, die auch in einer anderen Region wahrgenommen werden.

Für Betroffene bedeutet das vor allem: Die Stelle, an der ein Schmerz wahrgenommen wird, liefert wichtige Informationen, erklärt aber nicht zwangsläufig allein dessen Ursache. Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden kann deshalb eine umfassendere Betrachtung sinnvoll sein.

Was passiert bei einer Triggerpunktbehandlung?

Bei einer manuellen Triggerpunktbehandlung wird die Muskulatur nach besonders empfindlichen Bereichen untersucht. Je nach Methode werden diese anschließend mit gezieltem Druck oder anderen manuellen Techniken behandelt.

Damit unterscheidet sich die Triggerpunktbehandlung von einer klassischen Wohlfühlmassage. Während dort häufig Entspannung und großflächigere Massagegriffe im Mittelpunkt stehen, konzentriert sich die Triggerpunktbehandlung stärker auf bestimmte Muskelbereiche.

Bei YOOMEE in Leonding bietet Sandra Zelenka unter anderem Triggerpunktbehandlungen an. Als Diplom-Krankenschwester bringt sie zusätzlich einen medizinischen beruflichen Hintergrund mit. Welche Form der Behandlung im Einzelfall geeignet ist, hängt jedoch immer von den jeweiligen Beschwerden und persönlichen Voraussetzungen ab.

Was können Betroffene selbst beobachten?

Bei wiederkehrenden Muskelbeschwerden kann ein kleines „Schmerztagebuch“ hilfreich sein. Dabei geht es nicht darum, jedes Ziehen zu dokumentieren, sondern Zusammenhänge zu erkennen.

Wann beginnen die Beschwerden? Treten sie vor allem nach langen Arbeitstagen auf? Gibt es einen Zusammenhang mit bestimmten Sportarten oder Bewegungen? Werden die Beschwerden nach Bewegung besser oder schlechter? Fallen sie in stressigen Phasen stärker auf?

Solche Beobachtungen können dabei helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen. Im Alltag können außerdem regelmäßige Bewegung, Positionswechsel und ausreichend Erholungsphasen sinnvoll sein.

Wer Massagebälle oder ähnliche Hilfsmittel verwendet, sollte ebenfalls maßvoll vorgehen. Besonders starker Druck ist nicht automatisch wirkungsvoller. Bei unklaren oder stärkeren Beschwerden ist eine fachliche Abklärung sinnvoller als eine intensive Selbstbehandlung.

Wann sollten Schmerzen medizinisch abgeklärt werden?

Nicht jeder Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerz ist muskulär bedingt. Beschwerden können viele unterschiedliche Ursachen haben. Eine Triggerpunktbehandlung ersetzt daher keine medizinische Diagnose.

Vor allem plötzlich auftretende starke Schmerzen, Beschwerden nach einer Verletzung, länger anhaltende oder zunehmend stärkere Schmerzen sollten abgeklärt werden. Das gilt insbesondere bei zusätzlichen Symptomen wie Taubheitsgefühlen, deutlichem Kraftverlust oder anderen neurologischen Auffälligkeiten.

Fazit: Nicht nur auf die schmerzende Stelle schauen

Triggerpunkte sind ein interessantes Konzept zur Beschreibung bestimmter druckempfindlicher Muskelbereiche. Gleichzeitig zeigt das Thema, wie komplex Schmerzen und muskuläre Beschwerden sein können. Belastung, Bewegung, Erholung und individuelle Faktoren können zusammenspielen.

Für Betroffene lohnt es sich deshalb, nicht nur darauf zu achten, wo etwas schmerzt, sondern auch wann und unter welchen Umständen Beschwerden auftreten. Genau daraus können sich wertvolle Hinweise für den eigenen Alltag ergeben.

Bei YOOMEE in der Nähe von Linz gehört die Triggerpunktbehandlung zum Angebot von Sandra Zelenka. Bei wiederkehrenden oder unklaren Schmerzen gilt jedoch unabhängig von der gewählten Behandlung: Zuerst sollte geklärt werden, ob eine medizinische Ursache hinter den Beschwerden steckt.